
Der Zug steht im RBS-Bahnhof Bern abfahrbereit, die Türen sind bereits geschlossen. Da kommt ein Mann angerannt und drückt verzweifelt auf den Knopf des Türöffners. Doch vergeblich, die Türen gehen nicht mehr auf und der Zug setzt sich in Bewegung. Der Mann ist um eine Sekunde zu spät gekommen. Was ist schon eine Sekunde im Leben des Menschen und wie entscheidend kann sie dennoch sein. Der Mann kommt nun zu spät zum Vorstellungsgespräch und die Stelle bekommt ein anderer. Der verspätete Kandidat ist nicht zuverlässig genug.
Eine Frau spielt Toto und vergisst ihren Teilnahmeschein rechtzeitig abzugeben. Es handelt sich nur um einen Tag Verzug und dennoch streicht den Gewinn jemand anders ein, obwohl diese Frau alle Zahlen richtig getippt hatte. Sie verfällt in eine Depression, hätte sie doch der Gewinn aus einer Notlage gerettet.
Es gibt aber ein noch viel schlimmeres und gravierenderes „Zu spät“. Die Bibel erzählt ein Gleichnis von 10 Jungfrauen, die sich auf eine Hochzeit vorbereiten. Sie wollen dem Bräutigam mit ihren Öllampen entgegengehen und ihm zur nächtlichen Stunde den Weg beleuchten. So wie überall gab es auch hier kluge und törichte Personen. Die einen deckten sich mit einem Ölvorrat ein und die anderen füllten bloss ihre Lampen. Die Ankunft des Bräutigams verspätete sich und die jungen Frauen schliefen ein. Aus dem Schlaf heraus, weckte sie der Ruf: „Der Bräutigam kommt!“ Sie ordneten ihre Leuchter und die Törichten bemerkten, dass ihre Lampen am Erlöschen waren. Was lag näher als die Klugen zu bitten, ihnen von deren Vorrat etwas abzugeben? Die Antwort schien hartherzig zu sein, war aber höchst vernünftig. „Geht hin zum Kaufmann und holt euch dort das Benötigte. Wenn wir mit euch teilen, wird keine der Lampen mehr brennen, wenn wir den Bräutigam zum Festhaus geleiten.“ Die fünf klugen Frauen gingen mit dem Bräutigam zum Hochzeitsfest und die Türen wurden geschlossen. Als die törichten Jungfrauen ankamen, standen sie vor verriegelten Toren und man liess sie nicht mehr herein. Sie waren zu spät gekommen und mussten in der Finsternis bleiben. Wenn man bedenkt, dass dies ein Gleichnis vom Himmelreich ist, kann es einem angst und bange werden.
In dem Gleichnis fordert Jesus uns auf, uns beizeiten auf sein Kommen vorzubereiten und nicht töricht in den Tag hinein zu leben. Wir wissen weder Zeit noch Stunde seines Kommens und sollen allzeit bereit sein. Wenn wir den Bräutigam kommen sehen, braucht es keinen Glauben mehr, denn dann sind wir vor konkrete Tatsachen gestellt. Eine Entscheidung zu diesem Zeitpunkt kommt zu spät. Die Würfel sind gefallen. Der Eingang in das Himmelreich ist für immer geschlossen. Es bleibt kein Spalt offen, durch den wir doch noch hineinschlüpfen könnten. Deshalb ist es lebenswichtig die Entscheidung frühzeitig zu treffen und uns für ein Leben mit Jesus zu entscheiden. So lange wir diese Aufforderung hören und danach handeln, sind wir als Gäste am Hochzeitsmahl willkommen. Nach dem Eingestehen unseres verfehlten Lebens wird uns Jesus auch ein weisses Hochzeitsgewand schenken, denn alle unsere besudelte Kleidung hat Er durch seinen Tod am Kreuz mit seinem Blut rein gewaschen. Wir werden der Freuden seines Reiches teilhaftig. Doch wie schlimm ist das Schicksal derjenigen, die ihre Entscheidung immer wieder aufgeschoben haben. Du kannst heute noch wählen, ob du Gast im Himmelreich werden willst. Jesus wird sich ausnahmslos über jeden freuen, der sich für ihn entscheidet.
Marina Fankhauser