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Ziellos
Der Zug fuhr langsam in den Bahnhof Bern ein. Für den Regionalzug
ein Sackbahnhof. Aus dem Inneren der Wagen strömten geschäftig
die Menschenmassen. Zum Schluss stiegen noch ein paar Leute aus,
die es nicht so eilig hatten. Nun waren die Abteile leer- dachte
ich beim Einsteigen. Doch nahe der Tür entdeckte ich noch einen
schlafenden Fahrgast. Mein erster Impuls war, den Mann wach zu rütteln
und ihm zu sagen, dass er am Ziel angekommen war. Doch beim näheren
Hinsehen, bemerkte ich, wie ungepflegt er wirkte. Er war unrasiert,
wahrscheinlich auch ungewaschen, seine Kleider zerknittert und seine
Haltung drückte aus, dass er sich für einen längeren
Schlaf niedergelassen hatte. Da begriff ich, dass dieser Mann kein
eigentliches Ankunftsziel hatte. Er wollte nur an einem warmen und
geschützten Ort seinem Schlafbedürfnis nachgeben. Er würde
so lange hin und her fahren, bis er entweder in eine Kontrolle geriete
oder ganz einfach ausgeschlafen wäre. Nachdenklich setzte ich
mich auf einen freien Platz und liess meinen Gedanken freien Lauf.
Sind nicht viele Menschen ihr Leben lang ziellos unterwegs? Wir
machen dies, wir machen das, alles ohne nach einem endgültigen
Ziel zu fragen. Wir leben einfach in den Tag hinein. Wenn man jung
ist, hat man ja alle Zeit der Welt. Worüber sollte man sich
Gedanken machen?
Man will alle Möglichkeiten, die das Leben bietet, auskosten.
Man befürchtet höchstens, irgendwo zu kurz zu kommen,
nicht genug aus dem Vollen geschöpft zu haben. Doch die Jahre
eilen unerbittlich davon. Viele erklimmen geschäftliche Erfolge,
sind in der Gesellschaft angesehen. Andere widmen sich der Familie,
der Erziehung der Kinder. Doch einmal sind die Kinder ausgeflogen,
die Ehe vielleicht zerbrochen. Der wirtschaftliche Erfolg machte
einsam oder verflog. Man sitzt vor einem Scherbenhaufen ohne neue
Perspektive. Ja, aber da gibt es doch noch eine andere Möglichkeit,
die zwar nur einigen Wenigen zuteil wird - sich einen Namen machen!
Wir kennen über Jahrzehnte oder sogar über Jahrhunderte
die Namen derjenigen Menschen, die grossartige Erfindungen oder
Entdeckungen gemacht haben. Sie sind sozusagen unsterblich. Denken
wir an das Gravitationsgesetz von Newton oder die Relativitätstheorie
von Einstein. Diese Namen sind wohl jedem bekannt. Doch wie steht
es mit der "Unsterblichkeit" von anderen Grössen,
wie Niepce, Erfinder der Fotografie oder Carnot, dem Entdecker der
Thermodynamik? Diese grossen Männer sind nur einer Anzahl von
Fachleuten bekannt. Zweifellos haben sie Wichtiges für die
Menschheit geleistet, aber haben sie dabei auch ein' ewiges Ziel
erreicht?
Das Ziel eines jeden Menschen sollte sein Namenseintrag im Buch
des Lebens sein. Ein Verzeichnis, auf Grund dessen, Gott einmal
die Menschen aufteilen wird. In diejenigen, die immer in einer innigen
Gemeinschaft mit ihm leben und an seiner Herrlichkeit teilhaben
und in die anderen, die aus dieser Zugehörigkeit ausgeschlossen
werden. Dieses Ziel kann nur durch die persönliche Beziehung
zu Jesus Christus erreicht werden, der für unsere Schuld mit
seinem Leben bezahlt hat. Wir müssen nur diese Tatsache voll
Vertrauen für uns in Anspruch nehmen. Unsere Bankrotterklärung
vor Gott und der Glaube an die stellvertretend für uns erlittene
Strafe Jesu wird uns in den Augen Gottes gerecht machen. Er wird
in uns die Gerechtigkeit seines Sohnes sehen. Wer oder was sollte
dich daran hindern, dein Leben Jesus Christus anzuvertrauen und
damit ein festes, nie wankendes Ziel mit einer herrlichen Verheissung
anzustreben? Schiebe die Entscheidung nicht auf!
Marina Fankhauser
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