
Jeder Mensch möchte bei anderen beliebt sein und Annahme erfahren. Dafür setzt er sich auch ein. Ein Vorgesetzter wird zu einem feudalen Essen eingeladen, es wird ihm geschmeichelt und alle Hebel werden in Bewegung gesetzt um es die Karriereleiter weiter hinauf zu schaffen. Den Heranwachsenden ist es wichtig zu einer Clique zu gehören. Manche bringen dafür auch ihr Gewissen zum Schweigen und machen Dinge, die sie alleine nie getan hätten. Aber es ist erstrebenswert für sie, etwas bei ihren Kameraden zu gelten, ihren Mut zu beweisen und sich über Gesetze hinwegzusetzen.
Der Antrieb könnte Geltungssucht, die Sehnsucht nach dem angenommen Sein, die Wertschätzung durch andere oder auch schlicht und einfach Angst sein. Die Heiden haben schon vor Urzeiten ihren Göttern Opfer gebracht um sich ihnen wohlgefällig zu machen und ihre Rache abzuwenden. Sie gingen sogar so weit, ihre Söhne und Töchter zu töten um so die Götzen zu besänftigen
Selbst das Volk Israel brachte dem lebendigen Gott Tieropfer dar um Ihn milde zu stimmen und Sünden zu tilgen, die sie aus Unachtsamkeit begangen hatten. Eine vorsätzlich begangene Verfehlung konnte hingegen nicht mit einem Sündenopfer gesühnt werden. Zehntausende von Tieren gingen in Rauch auf als Wohlgeruch für Gott. Wollte Gott eigentlich dieses Schlachten zu seiner Ehre? Wollte Er nicht damit auf etwas anderes verweisen? Dass die Sünde – die Zielverfehlung – mit dem Tod bestraft wird und es nur eine Rettung davor gibt, dass ein anderer diese Strafe stellvertretend dafür erleidet, im Alten Testament eben ein fehlerloses Tier und nach dem Neuen Testament der Sohn Gottes, der alle Schuld, auch die vorsätzliche auf sich nimmt. Ein Opfer, das nie mehr wiederholt wird, sondern nur noch von uns beansprucht werden muss.
Der Prophet Micha schreibt: „Wird wohl der Herr Gefallen haben an viel tausend Widdern, an unzähligen Strömen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen für meine Übertretung geben, meines Leibes Frucht für meine Sünde?
Es
ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich
Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“
Gott bringt es auf den Punkt. Keine Opfer, keine leeren Versprechungen und gute Vorsätze etwas weniger zu sündigen. Gott will deinen unbedingten Gehorsam und dein Vertrauen in sein Handeln, auch wenn du nicht alles verstehst. Er will, dass du die Liebe, die du in deiner Sündenamnestie erfahren hast, an andere weitergibst und dich nun nicht als Begnadigter über die anderen Menschen erhaben fühlst. Auch bist du nicht gleichberechtigt neben Gott, sondern Er ist der Herr über deinem Leben, Ihm gebührt der Chefsessel bei allen Entscheidungen. Wenn du Ihm die Herrschaft überlässt, wirst du gut fahren, denn Er liebt dich und kennt dich besser als du dich selbst. Aber die Wenigsten wollen das Steuer aus der Hand geben, wollen selbstbestimmend sein. Lieber der Kirche eine Spende zukommen lassen oder eine dicke Kerze stiften und damit das Gewissen beschwichtigen. Andere wissen nicht einmal was ein Gewissen ist, denn sie haben es noch nie an Gottes Massstab geeicht. Gott schreibt niemand als hoffnungslosen Fall ab. Jeder hat die Möglichkeit zur Umkehr. Der Vater im Himmel wird sich über jeden Sohn und jede Tochter freuen, die den Weg zu Ihm finden. Er wartet auf dich und wird dich annehmen. Du bist Ihm so wertvoll, dass Er den höchsten Einsatz für dich geboten hat, das stellvertretende Sterben Seines Sohnes Jesus Christus. Erhat dich aus der Macht des Todes befreit.
Marina Fankhauser