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Weiss wie Schnee!
Letzte Nacht hatte es unaufhörlich geschneit.
Ohne grosses Aufhebens und Getöse wurde die ganze Landschaft
verändert. Am Morgen waren selbst die verschmutzten und vereisten
Schneewälme am Strassenrand wieder blütenweiss und alle
Hässlichkeit zugedeckt und ausgelöscht. Die Äste
der Bäume und Sträucher präsentierten sich wie im
Hochzeitsgewand. Ein wahrer Augenschmaus! Doch schon am Nachmittag
ging der Schnee in Regen über und die weisse Pracht schwand
vor meinen Augen zusehends. Nun musste ich feststellen, dass das
Brautgewand der Natur bloss Kosmetik gewesen war und darunter aller
Unrat wieder sichtbar wurde. Die Reinheit war zeitlich begrenzt
und vergänglich.
Wie verhält es sich aber mit der Aussage der
Bibel, wo sie von schneeweiss spricht? Wird da auch bloss etwas
überdeckt und für eine Weile unsichtbar gemacht? Nein,
Gott geht hier viel konsequenter zu Werke. Der Prophet Jesaja hat
uns etwas Wichtiges mitzuteilen. Im ersten Kapitel, Vers 18 steht:
"So kommt und lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr.
Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiss
werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle
werden."
Da wird nichts überdeckt, da wird porentief gereinigt und keine
Schuld ist so gross, so blutrot, dass sie nicht vergeben werden
könnte. Es ist nur die Bedingung dabei, dass wir sie vor Gott
bringen und nicht versuchen, sie irgendwo zu vergraben, wo sie doch
eines Tages ans Licht kommen wird.
Gott ist Licht, Er ist rein und heilig und hat keine
Gemeinschaft mit der Finsternis. So können wir nicht sagen,
dass wir Ihn kennen und verbringen dabei weiterhin unser Leben in
der Dunkelheit. Dann strafen unsere Werke die Worte Lügen.
Licht und Finsternis haben nichts gemein, sie schliessen einander
aus. Wenn wir aber mit Jesus im Licht leben, bedeutet das nicht,
dass wir vor Gott nicht schuldig werden können. Wenn dies der
Fall ist - und das wird bei jedem von uns ab und zu eintreten -
haben wir den Vorzug, unsere Schuld vor Ihm bekennen zu können
und Vergebung zu erlangen, denn das Blut Jesu macht uns rein von
aller Sünde und Ungerechtigkeit. Dies ist die frohe Botschaft
- das Evangelium - dass wir für unsere Verfehlungen nicht mit
dem verdienten Tod bestraft werden, sondern vor Gott freigesprochen
werden, denn unsere offene Rechnung ist bereits stellvertretend
für uns am Kreuz von Golgatha bezahlt worden. Was müssen
wir denn noch beitragen, damit der Sühne volle Genüge
getan wird? Nichts! Wir können dieses einmalige Opfer nicht
aufwerten oder noch etwas mehr dazu beisteuern aber wir können
"Dank opfern". Was bedeutet das? Dass wir nichts als selbstverständlich
ansehen, sondern Gott für alles und zu jeder Zeit danken und
Ihm so die Ehre geben. Er hat für uns im wahrsten Sinn des
Wortes, mehr als das Menschenmögliche getan. Diese Tat können
wir nur mit völliger Hingabe beantworten und Seine grosse Liebe
mit unserer beantworten. Diese wird sichtbar in der Zuwendung zu
unserem Nächsten, denn wie können wir Gott lieben, den
wir nicht sehen und unseren Bruder, unsere Schwester übersehen,
die wir vor Augen haben? Die Liebe ist das höchste Gebot und
schliesst auch unsere Widersacher mit ein. Dafür brauchen wir
ein brennendes Herz für unseren Erlöser, sonst können
wir diese schwere Aufgabe nicht bewältigen, denn nur Er kann
uns zur Feindesliebe fähig machen.
Marina Fankhauser
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