WARTEN

Warten kann man auf verschiedene Weise. Passiv wie im Wartezimmer eines Zahnarztes, wo höchstens die Gedanken um den zu erwartenden Schmerz kreisen und man ansonsten die Zeit untätig an sich vorbei ziehen lässt oder wie vor einer Prüfung, wo man die noch verbleibende Zeit nutzt um sein Wissen aufzupolieren oder auch wie ein Sportler der vor einem Turnier sich noch in Form bringt. Ein Tennisstar, wie Roger Federer oder das Natiteam der Fussballmannschaft werden die Wartezeit bis zu einem wichtigen Match bestimmt nicht mit lethargischem Warten verbringen.

Wir Christen bringen die Zeit auf Erden eigentlich auch mit Warten zu. Mit Warten auf das Kommen Jesu Christi, der hier sein Reich auf der Erde errichten wird oder mit Warten auf unseren Eintritt in den Himmel. Nun haben auch wir die Wahl, möglichst unser unabwendbares Ende zu verdrängen und so zu tun, als ob unser Leben nur hier und jetzt stattfinden würde und zu versuchen, möglichst ein grosses Stück aus der Lebenslust der Welt für uns abzuzweigen, ohne über irgendwelche Folgen nachzudenken. Nach den Motto: Nach mir die Sintflut! Wir können auch resigniert auf unser Ende warten, denn alles hat ja doch keinen Sinn, wir sind wie Gras, das an einem Tag grünt und am andern verdorrt ist. Was können wir schon bewirken im Antlitz der Ewigkeit? Am besten nicht auffallen und sich in einem Mausloch verkriechen bis unsere Zeit gekommen ist, denn um es mit Salomo zu sagen: Alles ist eitel, d.h. vergänglich und es gibt nichts Neues unter der Sonne. Wozu sich zu irgend etwas zwingen zu lassen?

Doch von Paulus bekommen wir eine andere Sicht der Dinge:

Wisst ihr nicht, dass die die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber nur einer empfängt den Siegespreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt. Jeder aber, der kämpft, enthält sich aller Dinge, jene damit sie einen vergänglichen Kranz erlangen, wir aber einen unvergänglichen. Ich aber laufe nicht wie aufs Ungewisse: ich kämpfe mit der Faust, nicht wie einer, der in die Luft schlägt, sondern ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn, damit ich nicht andern predige und selbst verwerflich werde.

Paulus tönt kämpferisch und sieht im Leben wohl einen Sinn und auch ein Ziel, das es zu erreichen gibt, wie bei einem Wettrennen. Um dieses Ziel zu erreichen braucht es den ganzen Einsatz, Disziplin und einen straken Willen und kein Eingehen auf Ablenkungsmanöver Halbe Kämpfer werden nie Sieger und halbe Christen sind gar keine. Der Siegespreis ist so grossartig, dass es sich lohnt auf Kurs zu bleiben. Die nötige Energie bekommen wir von Jesus, damit wir nicht auf halber Strecke liegen bleiben, aber unsere Hingabe braucht es ganz. Jesus hat sich auch nicht mit halben Sachen zufrieden gegeben, Er gab sein Leben vorbehaltlos dahin um uns von unserer Schuld und damit der Trennung von Gott zu befreien. So ist denn nun unser Leben auf Erden eine Zeit des Wartens und der Bewährung. Nur wenn wir mit Jesus verbunden bleiben, werden wir das erstrebte Ziel erreichen. Er wird uns nicht fallen lassen, dass hat Er zugesichert.

Marina Fankhauser