Vergessen - der Weg in den Untergang

 

Es gibt Sachen, die dürfen wir getrost vergessen – eine Beleidigung zum Beispiel, die unsere Empfindlichkeit getroffen hat und uns noch lange wurmt. Solches bringt man an besten vor Gott und legt es dann für immer ab. Aber es gibt auch Dinge, die sollten wir nie vergessen und in uns lebendig erhalten, sonst führen sie uns in den Untergang. Solche Beispiele finden wir in der Heiligen Schrift. Ganz eindrücklich begegnet uns im Buch der Richter die Vergesslichkeit des Volkes Israel. Gott hatte sie aus dem Frondienst in Ägypten befreit, sie durchs Schilfmeer und die Wüste geleitet, sie genährt, getränkt und gekleidet und schliesslich in ein fruchtbares Land gebracht, das ihnen und ihren Herden ein Zuhause bot. Er hatte ihnen die Macht gegeben, die kananäischen Völker zu vertreiben und ihnen durch Moses ein Gesetz übermittelt, das zu ihrem Gedeihen nötig war. Es war aber unabdingbar, dass sie es hielten und ihrem Gott gehorsam blieben. Sie hatten nur insofern die Wahl, als dass sie Segen oder Fluch über sich bringen konnten. Gott rechnete bereits mit der Vergesslichkeit des Menschen und beauftragte sie, sein Gesetz auf ihre Türpfosten zu schreiben, damit sie jeden Tag daran erinnert würden. Nun konnte ja nichts mehr schief gehen, sie wurden tagtäglich mehrmals mit Gottes Willen konfrontiert. Es ging auch eine Zeitlang gut, solange noch Josua, der Mann, der sie ins gelobte Land gebracht hatte, lebte. Aber mit der Zeit starben alle Zeugen des Exodus aus und Gott berief Richter, die sie auf seinen Wegen führen sollten. Doch dann kommt ein fatales Eingeständnis: Sie gehorchten den Richtern auch nicht, sondern liefen andern Göttern nach und beteten sie an und wichen bald von dem Wege, auf dem ihre Väter gegangen waren, als die des Herrn Geboten gehorchten; sie jedoch taten nicht wie diese. Wie konnten sie das nur, hatten ihnen doch ihre Vorfahren alle Wunder und Bewahrungen berichtet und das Gesetz des Herrn stand auf ihren Häusern geschrieben? Wie konnte ein Volk, das Gott hautnah erlebt hatte, so abtrünnig werden?

Schlimm für Israel, das auch die Folgen tragen musste, aber wie sieht es in der Christenheit aus? Haben nicht auch wir den Glauben an Gott über Bord geworfen und rennen falschen Göttern nach? Kennen wir nicht ebenfalls Überlieferungen von Gottes Taten und Wundern und seine Weisungen im Neuen Testament? Dennoch glauben wir mehr der Technik, dem Machbaren, den sogenannt wissenschaftlichen, aber nicht belegten Thesen als dem lebendigen Gott. Wenn noch ein Hauch von Spiritualität in uns wohnt, wenden wir uns lieber der Esoterik, den alten germanischen Göttern zu, die wieder einen Boom erleben oder betreiben Yoga und pilgern nach Indien in einen Aschram. Lauter Haschen nach Wind!

Es gibt nur einen Gott, der sich in Jesus Christus und in seinem Wort offenbart hat und der uns ewiges Leben verspricht, allerdings nicht unbedingt wirtschaftliche Höhenflüge und ein luxuriöses Dasein, der aber für uns sorgt und uns nie im Stich lässt, denn er liebt uns. Er ist absolut verlässlich und sein Wert von keinem Börsenkurs abhängig. Lasst uns doch himmlische Aktien erwerben, die nie ins Bodenlose sinken und unser Leben seiner Herrschaft übergeben und daran festhalten. Vergessen ist unser Untergang. Wenn Jesus das Sagen bei uns hat, finden wir Halt und Frieden und erhalten das Bürgerrecht im Himmel. Er gibt unserem Dasein Sinn, Ziel und Ausrichtung. Wie kann man so etwas Wertvolles dem Vergessen anheim geben und gegen Tand eintauschen?

 

Marina Fankhauser