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Umtausch
Die Weihnachtsgeschenke sind längst ausgepackt;
nun kommt die grosse Zeit des Umtausches. Der lila Pullover von
Tante Margret passt überhaupt nicht zum Outfit und das Buch
von Onkel Ernst hast du schon vor einem halben Jahr vom Max geschenkt
bekommen. Auch CDs besitzest du in doppelter Ausführung. Also
nicht lange zögern, den Kassenzettel vom Schenkenden verlangen
und ab in den Laden. Es hat fast so viele Leute wie vor Weihnachten,
nur klingeln die Kassen weniger, aber der Stress ist gleich gross.
Wie schön, wenn man die Möglichkeit hat,
Unpassendes zurück zu geben und gegen etwas einzutauschen,
das einem wirklich Freude macht. Wie gerne würden wir auch
manchmal unsere Lebenssituation gegen eine andere auswechseln. Die
Freundin ist wohlhabender, fährt ein schickeres Auto, kann
sich teure Auslandferien leisten, wo man doch selbst nur in einer
billigen Pension im Appenzell den Urlaub verbringt. Oder man würde
gerne mit einer anderen Person tauschen, die gesund und fit ist
und nicht unter beginnender Arthrose leidet und nicht so häufig
erkältet ist, wie man selbst. Die anderen haben auch besser
erzogene Kinder, die mit Drogen nichts am Hut haben. Diese Liste
könnte man unendlich verlängern und ergänzen.
Diese Vergleiche finden aber nur mit Menschen statt,
denen es besser geht als uns. Wie wäre es, wenn wir die Blickrichtung
einmal ändern und das Mass an denen anlegen würden, die
in existenziellen Sorgen, mit Behinderungen, in moderner Sklaverei
und Unterdrückung leben? Würde da unsere Dankbarkeit gegenüber
unserem Schöpfer nicht mächtig in die Höhe wachsen?
Du sorgst dich um deine Arbeitstelle, siehst die Zukunft
in düsteren Farben, musst mit einer Behinderung durch einen
Unfall fertig werden und bist neidisch auf diejenigen, die vom Schicksal
begünstigt werden? Eines sollst du dabei wissen, Gott ist es
nicht gleichgültig, wie es dir geht. Wende dich an ihn, wirf
alle deine Sorgen auf ihn und vertraue ihm, Er wird für dich
sorgen, auch wenn dein Verstand es nicht erfassen kann. Er hat es
versprochen und was Gott verspricht, das hält er auch. Nimm
ihn beim Wort! Das Vertrauen in Gott ist besser als ein Tausch mit
einem anderen, denn du weißt nicht, was diesem noch blüht.
Aber du musst dich entscheiden. Du kannst nicht einen Tag lang glauben
und auf Gott setzen und am nächsten Tag ihm dein Vertrauen
wieder entziehen. Dann bleibst du ein Spielball der Umstände.
Völliges Vertrauen, dass Gott in seiner Liebe, das Beste aus
deinem Leben machen wird, befreit von Sorgen und schenkt einen Frieden,
der höher ist als alle Vernunft. Auch wenn das Beste nicht
deinen Vorstellungen entspricht. Er hat die grössere Weisheit
und Übersicht, was uns am meisten dient.
Marina Fankhauser
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