Treue und Verlass
Als Nehemia, der Mundschenk der Königs Artaxerxes, durch seinen Bruder Hanani erfährt, dass Jerusalems Mauern niedergerissen, seine Tore verbrannt sind und niemand Hand anlegt um mit dem Wiederaufbau zu beginnen, ist er tief erschüttert. Er fastet, trauert, betet und bekennt die Sünden seines Volkes, dessen Ungehorsam und Abwendung von Gottes Geboten. Er hält Gott sein Versprechen an Mose vor, dass Er das in alle Welt versprengte Volk wieder sammeln und zurückführen werde, wenn es sich bekehrt und seine Gebote hält.
Muss er Gott eigentlich an seine Worte erinnern, weil Gott ein schlechtes Gedächtnis hat und seine Worte schon längst vergessen hat? Vergleicht er Gott mit uns Menschen, die ihr Versprechen nicht halten, es vergessen oder um eine Ausrede nicht verlegen sind um dieses nicht einhalten zu müssen? Hand aufs Herz, haben Sie noch nie ein Versprechen gebrochen und sei es ihren Kindern gegenüber? Und das nicht wegen höherer Gewalt, sondern weil die Umstände danach waren. Wurde dabei das Vertrauen ihrer Kinder in ihre Zusage nicht erschüttert, weil darauf kein Verlass war?
Nehemia hielt Gott sein Versprechen vor Augen nicht um ihn daran zu erinnern, sondern weil er sich auf Gottes Wort verliess. Er klammerte sich selbst an diese feste Zusage um aus dieser Sicherheit heraus aktiv zu werden. Er bat Gott um Gnade in den Augen des Königs, wenn er ihm sein Anliegen vortragen wollte. Ein kühnes Unterfangen! Schon eine Trauermiene beim Bedienen aufzusetzen, konnte ihn seine Stellung und sogar seinen Kopf kosten. Aber Nehemia vertraute rückhaltlos der Hilfe seines Gottes und erdreistete sich sogar, Artaxerxes um Urlaub, einen Geleitbrief und Holz für den Aufbau der Mauer, der Tore und seines Wohnhauses zu bitten. Das Unglaubliche geschah. Der Herrscher beurlaubte seinen Mundschenk für die Zeit, die ihm Nehemia nannte. Daraus sehen wir, dass Nehemia nicht unvorbereitet vor den König getreten war, sondern die Kosten überschlagen hatte. Er wusste bereits wie lange die Instandstellung der Mauern und Tore währen und was für Material er dazu benötigen würde. Gebet, Vertrauen und Planung, alles war vonnöten.
Wie halten wir es mit den Zusagen Gottes? Vertrauen wir ihnen vorbehaltlos oder fressen Zweifel an unserer Seele, so nach dem Motto: Sollte Gott wirklich gesagt haben?…….Diese Unsicherheit hat schon die Schlange im Paradies den Menschen ins Herz gesät. Wir können Gott nicht nach unseren Wünschen manipulieren und ihn durch unser Gebet zu etwas zwingen was seinem Willen nicht entspricht, aber zu seinen Worten steht er immer. Für mich ist die Zusage in Röm. 8,38-39 etwas, das mich stets aufrichtet, mir neuen Lebensmut auch in schwierigen Situationen schenkt und mir Gottes wahres Wesen offenbart: Dort heisst es:
Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unsern Herrn.
Gott ist treu und hält sein Wort. Man kann sich hundertprozentig darauf verlassen. Machen Sie Ihr Vertrauen daran fest.