Sowohl als auch!

Franz ist ein eifriger Kirchgänger; er lässt kaum einen Sonntag aus. Im Chor singt er lautstark und überzeugt mit und ist auch in einem Hauskreis integriert, den er zuweilen auch leitet. Er setzt sich für Gott und Sein Reich ein. Alles in allem ein überzeugter und überzeugender Christ. Das Seltsame ist bloss, dass niemand in seiner Arbeitsstelle etwas von seiner Überzeugung wissen darf. Er will Hänseleien und Spott aus dem Weg gehen. So gilt er als ganzer Kerl, der mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität steht. Im Fussballverein, wo er mit Leidenschaft seinem Lieblingssport frönt, lässt er ebenfalls kein Wörtchen über seinen Glauben verlauten. Er kommt prima durchs Leben, wird in allen Bereichen akzeptiert. Ob er nicht ab und zu ein schlechtes Gewissen hat, dass er nur in der Gemeinde zu Jesus steht?

Marianne hat sich schon vor Jahren für Jesus entschieden und versucht sich in der Nachfolge. Oft fehlt ihr die Zeit, sich in die Bibel zu vertiefen und das Gebet verkommt zu einer Alibiübung. Im Gottesdienst wird sie durch die Predigt aufgeschreckt und nimmt sich vor, konsequenter zu werden. Der Gedanke an die Möglichkeit der Wiederkunft Jesu weckt Unruhe und ängste in ihr. Ob sie wohl bereit wäre? Doch da sind auch die Verlockungen der Welt, die ihr zu schaffen machen. Sie ist jung und lebenslustig und hat Freunde, die gern in die Disco gehen. Sie macht mit, obwohl sie dabei in einen innerlichen Zwiespalt gerät. Aber hat nicht beides Platz in ihrem Leben und ist sie deswegen ein schlechterer Christ?

Es gibt noch viele Varianten des Sowohl als auch. Prüfe dich selbst, ob du auf zwei Standbeinen stehst. Elia hat auf dem Karmel das Volk gefragt: „ Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Ist Gott der Herr, dann folgt ihm nach, ist Baal der Herr, dann folgt ihm nach.“ Ein halber Christ ist ein ganzer Unsinn! Deine Entscheidung für Jesus muss dein ganzes Leben umfassen und nicht bloss Teilbereiche. Viele denken, dass sie durch ihr Verhalten allein schon ein Zeugnis für ihren Glauben wären. Ganz bestimmt müssen die Taten mit dem Glauben übereinstimmen, doch Jesus sagt ganz unzweideutig: „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.“ Es ist also lebenswichtig in allen Lagen zu Jesus zu stehen und sich nicht hinter einer indifferenten Haltung zu verstecken, die jedem das Gesicht zeigt, das er sehen möchte. Jesus hatte eindeutig Stellung für uns bezogen und durch seinen Tod besiegelt, wollen wir da im Alltagsleben als Feiglinge dastehen, die ihre Kraft aus sich selbst und nicht aus Gott beziehen? Petrus hatte sich bei Jesu Verhör als Feigling erwiesen, doch nachdem der Heilige Geist an Pfingsten über ihn gekommen war, bekannte er vor Tausenden von Menschen Jesus als Gottes Sohn und seinen Herrn. Wenn wir an Jesus glauben, so sind auch wir im Besitz des Heiligen Geistes und dieser wird uns fähig machen, ohne Furcht unsere Verbundenheit mit Christus zu bezeugen. über diese Art von Spott müssten wir uns eigentlich freuen, denn wenn wir diesen ertragen, folgen wir den Fussstapfen unseres Meisters, der mehr als nur Hohn zu überwinden hatte. Wer möchte da noch ein Hinkebein sein?

Marina Fankhauser