SCHRIFTEN

 

Eine der grössten Errungenschaften der Menschheit war die Erfindung von Schriftzeichen, die für einen Kundigen, das Erkennen der Botschaft möglich machten. Je nach Gegend entwickelten sich unabhängig voneinander verschiedene Mitteilungsmöglichkeiten. In Ägypten die Bilderschrift – die Hieroglyphen – die vor allem in Stein gemeisselt oder in Holz geschnitzt wurden. Die chinesische pyktographische Schrift entstand schon viele Jahrhunderte vor Christus. Die Germanen benutzten die Runen, die in Dänemark ihr Hauptverbreitungsgebiet fanden und die Inkas berechneten ihre Steuern mit Hilfe eines Dezimalsystems in Knoten – den Khipu. In Mesopotamien bediente man sich der Keilschrift. Der Zeit Karl des Grossen wird die karolingische Minuskelschrift – eine alphabetische Schrift in Kleinbuchstaben, als Nachfolgerin der Majuskelschrift, den Grossbuchstaben zugeordnet.

Aber erst die Erfindung der Buchdruckerkunst von Johannes Gutenberg machte es möglich, dass Bücher nicht nur von Fürsten und Königen erworben werden konnten, denn ein handgeschriebenes, verziertes in jahrelanger Klosterarbeit gefertigtes Buch war eine Kostbarkeit, die sich sonst niemand leisten konnte. Als die zeitraubende und materielle Hürde überwunden war, wurden auch andere Schriften als die Bibel gedruckt. Philosophische, geschichtliche und medizinische Werke entstanden. Gut, wer schon damals zu den Privilegierten gehörte, die des Lesens kundig waren. Sogar Priester waren oftmals Analphabeten und bedienten sich deshalb einer Bilderbuchbibel ohne Schriftsatz.

Heute wird munter drauflos geschrieben und oft ist das Geschriebene das Papier nicht wert. Der Markt wird mit Büchern überschwemmt, doch die Leselust nimmt ab. Eine Ausnahme bilden die Harry Potter-Zauber- und Gruselbücher, bei deren Erscheinen die Menschen sich ganze Nächte um die Ohren schlagen um ein soeben erschienenes, druckfrisches Exemplar zu ergattern. Man kann sich heute über alle Religionen und esoterischen Richtungen informieren. Das Angebot ist riesig und die Verwirrung ebenfalls. Die Bibel hält ihren 1. Platz als meistverkauftes Buch immer noch, aber ob noch so fleissig darin gelesen und geforscht wird, ist mehr als zweifelhaft. Die meisten Bibeln verstauben als Hochzeitsrelikt im Bücherregal und werden nicht mehr zu Rate gezogen. Dabei wissen die Menschen gar nicht, welchen Schatz sie brach liegen lassen. Alle anderen Bücher bestehen aus Menschenworten, Ideologien, auch manchen verwerflichen. Die Heilige Schrift hingegen enthält die Worte unseres Schöpfers, seine Weisungen an uns und die Botschaft von der Erlösung aus dem Gericht durch Jesus Christus, der unsere Strafe auf sich nahm. Sie stellt uns vor die Entscheidung, für oder gegen Jesus, den Sohn Gottes – für ewiges Leben oder das Verbleiben unter dem Zorn Gottes. Entweder – oder. Welcher kluge Mensch wird sich freiwillig für das Übel entscheiden? Moslems nehmen Selbstmordattentate auf sich um als Märtyrer einen Platz im Paradies auf sicher zu ergattern. Von Christen wird nichts dergleichen verlangt, denn es steht geschrieben: „Du sollst nicht töten.“ Jesus predigte Nächsten- und sogar Feindesliebe, da ist kein Platz für Rache. Wir dürfen zu ihm kommen, wie wir sind, unsere Schuld bekennen und seine Verheissung für uns in Anspruch nehmen.

„Wer mein Wort hört und glaubt dem,
der mich gesandt hat, hat ewiges Leben
und kommt nicht ins Gericht.

Joh. 5.24

 

Marina Fankhauser