Schöpfung - Nanotechnologie

 

Cordulegaster boltonii boltonii, Simmenfluh 18.jpgIst diese Libelle nicht ein Wunderwerk der Schöpfung Gottes? An ihr ist alles aufeinander abgestimmt, damit sie funktionieren kann. Sie ist eine ausdauernde Jägerin und Flugkünstlerin und ihre Flügel standen unserem Hubschrauber Modell. Ihre Entwicklung ist noch abstrakter als die eines Schmetterlings, verbringt sie doch 4 – 5 Jahre als Larve im Wasser oder Schlamm und schwingt sich nach dem Schlüpfen aus der Larvenhaut in die Lüfte als ob sie ihr Leben lang das Fliegen geübt hätte. Alle diese erstaunlichen Eigenschaften wurden ihr vom Schöpfer mitgegeben. Da kann man nur staunen und sich vor diesem genialen Geist verneigen.

Doch der Mensch will mehr als nur staunen und einem anderen die Ehre geben. Er greift selbst nach den Sternen. Der Mond ist ihm ja nicht mehr fremd und dank Nanotechnologie wird man die Raumflüge zu unserem Trabanten bald einstellen können, denn dann wird es einen Lift geben, der den Transport dorthin übernimmt. Am interessantesten ist diese Entwicklung für das Militär, das Kampfanzüge aus Nanomaterial herstellen kann, die weich wie Stoff und widerstandsfähig gegen Einschläge wie ein Panzer sind. Sollte der Soldat trotzdem verletzt werden, tritt ein eingebautes Beatmungs- und Herzmassagegerät in Funktion, das auch Medikamente verabreicht und so den Heilungsprozess einleitet. Als Kind habe ich Märchen gelesen, wo man mit einer Tarnkappe unsichtbar wurde und sich so aus einer heiklen Situation retten konnte. Auch dies wird dank Nano möglich werden, dass man richtiggehend der Umgebung angepasst wird und so für die Augen anderer nicht mehr sichtbar ist. Das ist alles spannend und man staunt ebenfalls, was dem menschlichen Geist und Forschungstrieb alles möglich ist. Doch bei einer wissenschaftlichen Runde, wo über diese neue Technologie diskutiert wurde, fiel auch die Bemerkung, dass man damit auch neues Leben schaffen könne aus dem Nichts. Bis jetzt haben wir noch gar nichts im Griff, weder Naturkatastrophen, die Klimaerwärmung, das Ozonloch, die Endlagerung unseres Atommülls, den Rückgang der Biodiversität, nicht einmal die Staatsfinanzen und nun wollen wir schon Gott spielen, ohne über die Risiken dieses Unternehmens Bescheid zu wissen. Mir kommt der Turmbau zu Babel in den Sinn, als die Menschen einen Turm bauen wollten, der mit seiner Spitze bis in den Himmel reichen würde, damit sie sich einen Namen machen. Der Antrieb war Ehrgeiz, man wollte berühmt werden, doch das Unternehmen misslang durch das Eingreifen Gottes. Der Mensch wagt sich immer näher an Gottes Allmacht heran. In Cern wird mit dem Urknall experimentiert. Der erste Versuch ist mal gescheitert und die Anlage für lange Zeit stillgelegt. Aber das Spiel mit dem Feuer geht weiter – aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich gehe selbst jeder Sache gern auf den Grund und bin wissbegierig, aber für mich gibt es auch Tabus, die ich nicht überschreiten würde. Selbst Leben zu erzeugen verträgt sich nicht mit dem 1. Kapitel im Johannesevangelium:

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

Marina Fankhauser