In einer Zeitschrift mit dem Titel Genuss fiel mir der folgende Artikel auf: „Reines, 24-karätiges essbares Gold kann ohne Bedenken gegessen werden. Ob Champagner, Sushi, Kaviar oder Pralinen – Blattgolddekorationen verleihen einem Festessen eine besondere, luxuriöse Note. Speisegold macht sich besonders gut auf farbintensiven Speisen, wie Schokolade oder dunklen Früchten, etwa blauen Weintrauben. Auch in Getränken verfehlt Gold seine Wirkung nicht. Likör oder Champagner können mit Blattgold auch optisch noch weiter veredelt werden. Auf dem Rand eines Cocktailglases sieht das essbare Gold ebenfalls sehr luxuriös aus. Ein Gramm essbare Goldflöckchen sind für ca. 90 CHF zu haben.“

Das in einer Zeit, wo viele Menschen vor Hunger sterben und andere sich nur kümmerlich ernähren können. Dieses Inserat stand in einer Schweizer Zeitschrift nicht in einer aus Dubai, wo Prunk und massloser Reichtum herrschen. Hier sind nicht fürstliche Herrscher die Zielgruppe sondern betuchte und auf Exklusivität bedachte Bürger. Vielleicht auch solche, die mehr scheinen wollen als sie sind. Die Zeiten als man Nachtigallenzungen ass und in Eselsmilch badete, wie einst Kleopatra sind wohl vorbei, doch der menschliche Geist ersinnt immer noch Ausgefallenes und Unnötiges.

Wer zuerst nach dem Reich Gottes trachtet und nach seiner Gerechtigkeit, der muss sich nicht darum sorgen, ob er zu essen und zu trinken bekommt und womit er sich kleiden wird. Unser himmlischer Vater weiss, wessen wir bedürfen und lässt uns das Benötigte auch zukommen. Es werden bestimmt keine Pralinen mit Blattgold und auch keine mit Edelmetall dekorierten Champagnergläser sein, aber was wir zu unserem Lebensunterhalt brauchen, mit dem werden wir versorgt. Wir sollten aber nicht vergessen, täglich darum zu bitten und Gott auch für das Erhaltene zu danken. Im Unser Vater lehrt uns Jesus die Bitte ums tägliche Brot. Nicht die vollen Vorratskammern und Scheunen geben uns Sicherheit, sondern die Zusage des Herrn, uns nicht für den morgigen Tag sorgen zu müssen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Das heisst nicht, dass wir auf der faulen Haut liegen sollen und die gebratenen Tauben uns wie im Schlaraffenland in den Mund fliegen, sondern dass der tägliche Kampf und die Sorgen um die Nahrung nicht unser ganzes Denken und Trachten erfüllen. Dieses soll dem Reich Gottes gehören, wie wir ihm dienen und seine Gerechtigkeit in die Tat umsetzen können. Ein afrikanisches Sprichwort sagt: „Sorgen fressen Seele auf“ und hat Recht damit. Wer sich sorgt, kreist immer nur um seine Probleme und verliert den Blick für den, der ihm Hilfe zugesagt hat. Das Sorgen löst keine Schwierigkeiten, es verstrickt uns nur immer mehr in der Verzweiflung, doch der Blick zu Gott lässt Frieden und nicht Resignation in der Seele einkehren. Schulen wir das Auge für die Liebe Gottes, die uns täglich begegnet - auch in kleinen Dingen.

Marina Fankhauser