Leben und Tod

Ja, leben wollen wir alle, möglichst unbeschwert durch Krankheit und Sorgen und das Dasein auf dieser Erde geniessen. Damit das klappt, sichern wir uns nach allen Seiten ab. Wir versichern unser Hab und Gut gegen Diebstahl, Feuer, Elementarschäden, unsere körperliche Unverletzbarkeit mit hohen Prämien (wie einst Marlene Dietrich ihre schönen Beine), unsere Ferien gegen Regen und vergessen auch nicht den Regatransport in die Heimat, sollte trotzdem etwas schief gehen. Wir sind ein in aller Hinsicht abgesichertes Volk. Nur eines blenden wir vollkommen aus, dass wir trotz unserer Todesfallrisikoversicherung einmal wirklich sterben müssen. Das ist ein unangenehmer Gedanke, der gar nicht in unser Leben passt. Er könnte unserer Lebenslust einen Dämpfer aufsetzen und ein Nachdenken über die Ewigkeit in Gang setzen. Aber das hat ja noch lange Zeit. Wenn wir alt und grau sind, können wir uns dann langsam damit befassen. Ich kannte eine alte über 90-jährige, krebskranke Frau, die sogar auf ihrem Sterbebett die Tatsache ihres Sterbens weit von sich wies und nichts über ihr Schicksal in der Ewigkeit wissen wollte. So stand sie gänzlich unvorbereitet vor ihrem Schöpfer, dessen Anspruch auf ihr Leben sie immer aus dem Weg gegangen war.

Die Bibel lehrt uns ein anderes Verhalten dem leiblichen Tod gegenüber. Im Psalm 90, Vers 12 heisst es: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Wir bereiten uns auf alles Mögliche vor, auf ein Examen, die Fahrprüfung, einen Auslandaufenthalt, unsere Hochzeit, die Geburt unserer Kinder, die Pensionierung, aber auf das Ereignis, das uns alle ohne Standesunterschied trifft, verschwenden wir keinen Gedanken.

Es hängt damit zusammen, dass wir uns hier auf Erden Schätze sammeln und wo unser Schatz ist, ist auch unser Herz. Wir hängen uns an Dinge und an Menschen, an unseren Erfolg und Anerkennung durch andere. Loslassen ist schwer und wenn all dies unser Leben ausgemacht hat, ist der Gedanke an eine Ewigkeit im Himmelreich, in der Gegenwart Jesu keineswegs reizvoll. Doch eines sollte uns bewusst sein, dass auf Erden alles vergänglich ist und keinen Bestand hat. Einmal zerfällt alles zu Staub und auch Denkmäler können vom Sockel gerissen werden, wie dies mit demjenigen von Saddam Hussein der Fall war.

Jesus bietet uns etwas ganz anderes an, etwas Köstliches und Unvergängliches, wenn wir uns mit ihm einlassen. Seine Worte sind: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.“ Wer an Jesus, als seinen Erlöser und Erretter glaubt, ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen und besitzt bereits das ewige Leben. Diesen Menschen kann der körperliche Tod nicht mehr schrecken. Sein Herz hat einen Anker gefunden, der durch alle Stürme des Lebens ihm Halt und Sicherheit schenkt, der nicht verrostet und dessen Kette nicht reisst. Keine andere Versicherung ist über den Tod hinaus wirksam als einzig dieses Versprechen: „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“

Damit hat Jesus dem Tod seinen Giftstachel gezogen und der Ungewissheit ein Ende gemacht. Wir wissen, was uns erwartet. Ein Leben in Herrlichkeit, ohne Not und Schmerzen in der sichtbaren Gemeinschaft mit dem Sohne Gottes. Freuen wir uns darauf.

Marina Fankhauser