
Wie gerne trinke ich doch zumFrühstück eine Tasse heissen Milchkaffee, der mich erwärmt und für den Tag fit macht. Genau so gerne löffle ich ab und zu mal einen Eiskaffee, aber eine lauwarme Brühe ist für mich ein Gräuel. Bestimmt hat Jesus im Sendschreiben an Laodizea nicht von Kaffee gesprochen als er sagte: Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Dies galt einer christlichen Gemeinde, die den Eindruck hatte, sie sei reich und brauche nichts mehr zu ihrer Vollkommenheit. Sie war mit sich selbst und mit ihren Leistungen höchst zufrieden. Doch Jesus sah das ganz anders. Er hielt ihr den Spiegel vor, in dem sie sich elend, jämmerlich, arm, blind und bloss sah. Damit liess Er es aber nicht bewenden, sondern zeigte ihr auch den Ausweg aus ihrer Misere. Er riet ihr eifrig zu sein und Busse zu tun, denn die, die Jesus liebt, weist Er zurecht und züchtigt sie um sie zu retten.
Galt dieses Urteil nur einer altchristlichen Gemeinde, die heute gar nicht mehr existiert? Nein, es ist heute genau so aktuell wie seit alters her und ist nicht nur auf eine Gemeinde fixiert. Diese besteht ja schliesslich auch aus einzelnen Menschen, die die Gesinnung einer Gemeinde ausmachen. Ja, es geht ganz konkret mich und dich an. Wie lebendig sind wir als Christen? Brennen wir heiss für Jesus oder dümpeln wir satt und zufrieden in einem religiösen Wohlfühlklima dahin? Wissen unsere Nachbarn, dass wir eine persönliche Beziehung zu Jesus als unserem Retter und Herrn haben oder halten wir dies unter Verschluss um ja nicht aus der Reihe zu tanzen? Das Klima für bekennende Christen wird stets rauer, sie werden immer mehr der Lächerlichkeit preisgegeben. Die Schöpfung hat gegenüber der Evolutionstheorie keine Chance mehr und wird aus den Schulen verbannt. Wer dennoch nicht mir dem Urknall und der Entstehung des gesamten Lebens aus einer zufällig gebildeten Zelle einverstanden ist, gehört zu den ewig Gestrigen und wird nicht ernst genommen. Ist daher Schweigen und sich Zurückziehen die richtige Strategie und das mit dem Strom Schwimmen, das mit den Wölfen Heulen? Die Zeiten werden schlechter, die Krise hat bereits alle erfasst. Man muss aufpassen, dass man nicht negativ auffällt, sonst sinken die wenigen Chancen, die man noch hat ins Bodenlose. Wer bringt hier den Mut auf, ein Zeuge und Jünger Jesu zu sein, anzuecken, es sich mit den anderen, den Einflussreichen zu verderben? Wir sind von Furcht und Existenzangst getrieben, trotzdem unser Leben in erster Linie von Gott und nicht von den Menschen abhängt. Wir schwanken hin und her und sitzen plötzlich zwischen den Stühlen. Ja, es tut not, dass wir geläutertes Gold und weisse Kleider von Jesus kaufen, damit wir unsere Armseligkeit bedecken können. Es ist Zeit Busse zu tun und unser laues Wesen abzulegen, innere Wärme ist angesagt.
Marina Fankhauser