Götzen - heute?

Wir sind eine aufgeklärte Nation, da erübrigt sich doch diese Frage. Das war etwas, das vor allem im Alten Testament die Gemüter beschäftigte. Das Buch Jeremia zeigt uns auf, wie die Israeliten sich am Götzendienst schuldig gemacht hatten und welche Konsequenzen sie dafür tragen mussten. Die Strafe mutet uns humane Menschen äusserst hart an. Tod durch das Schwert, durch Hunger und Kannibalismus, Pest und wilde Tiere. Wie konnte Gott nur so grausam handeln? Dabei blenden wir aus, dass Er alles getan hatte, um das Volk wieder sich zuzuwenden. Er schickte Propheten, die zur Umkehr aufriefen und die diesen Dienst oft mit dem Leben bezahlten, weil niemand auf sie hören wollte und man diese ungewünschten Mahner lieber beseitigte als ihren Worten nachzuleben.

Ja, das war einmal. Heute sind wir über die hölzernen und steinernen Götter hinausgewachsen. Allerdings fragen wir auch nicht viel danach, was Gott mit unserem Leben eigentlich bezweckt. Wir nennen uns Christen, sind aber völlig autonom und bestimmen selbst, was für uns gut ist und uns nützt. Götzen – das gibt es für uns nicht. Wir haben dafür Idole aus der Musikszene und der Sportwelt. Dafür nehmen wir weite „Pilgerreisen“ auf uns, verzichten auf Schlaf, bringen Geldopfer dar. Der Fussball fordert manchmal sogar Menschenleben, weil man vor, während und nach dem Spiel seine Aggressionen so wunderbar ausleben kann. Es gibt Verletzte und Sachschäden, die in die Zehntausende gehen. Mit ein paar kosmetischen Korrekturen versucht man den Schaden zu begrenzen, aber man darf dem Volk - wie im alten Rom - seine Spiele nicht nehmen, koste es, was es wolle.

Was heisst eigentlich das Wort Idol? Es kommt aus dem Griechischen und bedeutet Bild, Trugbild, Götzenbild. Im Deutschen steht die Definition: Abgott, Götzenbild, Gegenstand der Verehrung. Wir haben nur ein anderes Wort gefunden für die gleiche Tatsache. Gott wird von einem Trugbild in den Hintergrund verdrängt. Die Prioritäten werden ausgewechselt und wir machen uns genau so schuldig am ersten Gebot: Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Jesus hat den Pharisäern auf ihre Frage nach dem höchsten Gebot geantwortet: “Du sollst den Herrn deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.“ Und als Ergänzung: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Bei dieser Auffassung bleibt kein Platz mehr für die Verehrung und Huldigung der Idole.

Oft verstecken sich auch Götzen noch raffinierter in unserem Leben. Vielleicht entdecken wir sie im Internet, in Süchten verschiedenster Art oder in einer Art heutiger Tugend, wie der Arbeitswut, genannt Workaholic. Man verkauft sich mit Herz und Seele an einen unbarmherzigen Herrn, der immer mehr abfordert an Zeit und Kraft und zum Schluss bleibt man wie eine leere Hülle auf der Strecke. Dagegen ist Gott ein barmherziger Vater, wenn wir Ihm unsere Liebe schenken. Er hat Sein Liebstes, Seinen Sohn, für unsere Errettung geopfert, weil wir Ihm so wertvoll sind. Sollten wir Ihm dafür nicht mit unserem Leben danken und Ihm den ersten Platz einräumen? Als In Island das Christentum Verbreitung fand, haben die Stammesältesten ihre Götzenbilder zum Godafoss – dem Götterfall – gebracht und sie dort versenkt. Wollen wir nicht auch unsere falschen Idole über Bord werfen und Gott den Platz frei machen, der Ihm gebührt, nämlich die Nummer 1 in unserem Leben zu sein. Gott ist nicht fern und unnahbar. In Seinem Sohn, Jesus Christus ist Er Mensch geworden und ist alle Tage bei uns bis ans Ende der Zeiten, die wir Ewigkeit nennen. In Ihm haben wir Erlösung von unserer Schuld gegenüber Gott, aber auch einen Fürsprecher, der uns vor Gott vertritt. Er hat als Mensch schwer gelitten und so ist Ihm kein Leid fremd. Er kann uns in jeder Lage verstehen und bietet uns die Garantie für ein sinnerfülltes Dasein. Er ist echt und kein Trugbild! Von Ihm werden wir nicht mit leeren Versprechungen abgespeist. In Ihm ist Leben in seiner ganzen Fülle. Warum sollten wir uns mit den Brosamen der falschen Idole begnügen?

Marina Fankhauser