Geborgenheit
Wie oft wird das Versprechen, einander beizustehen in guten wie in schlechten Tagen, vor dem Pfarrer oder Priester abgegeben und nicht eingehalten. Auch wenn es in guter Absicht abgegeben wurde, so ist auf uns Menschen doch wenig Verlass. Meistens ist es nicht der Tod, der die Ehegatten scheidet, sondern Egoismus und persönliches Versagen. Auch Verträge – sogar diejenigen in Schwarz auf Weiss – werden gebrochen und mit Zusagen von Politikern ist noch weniger zu rechnen. Was wird vor der Wahl nicht alles versprochen, das danach im Zeitenlauf versickert. Ja, auf was kann man dann schlussendlich noch zählen?
Es gibt eine Zusage auf die 100 %iger Verlass ist. Ich verlasse dich nicht und lasse dich nicht fallen! So ausgesprochen von unserem Vater im Himmel. Er hat noch nie sein Wort gebrochen. Dieses Wort steht wie ein Fels in der Brandung. Die Wellen des Lebens schlagen hoch daran, aber lassen das Fundament nicht erzittern. In allen Prüfungen, sei es materieller, körperlicher oder geistiger Art können wir uns daran klammern und werden nicht untergehen. Diese Worte bedeuten Annahme, Liebe, Stärkung und Geborgenheit. Was mir auch zustossen mag, Gott wird mich niemals verlassen und mich nicht preisgeben. Er wird mich prüfen, wie gross mein Vertrauen und mein Glaube ist, aber Er wird mich nicht fallen lassen. Er will mich immer mehr in sein Bild verändern und dazu braucht es Erziehungsmassnahmen. Wenn ich in diesem Prozess drin stecke, wird es mir nicht gefallen und ich gerate schnell ins Hadern und Murren. Doch Gott liebt mich und wenn ich mein Vertrauen in Ihn nicht wegwerfe, wird Er mich halten und mein Glaube wird an den Schwierigkeiten wachsen. Mit diesem Halt können wir Schicksalsschläge überwinden und uns trotz aller Anfechtungen in Seiner Hand geborgen und geschützt fühlen.
Arbeitslosigkeit, Krankheit, Ablehnung durch andere Menschen, finanzielle Misere, persönliche Verluste, alles lässt sich leichter ertragen, wenn man sicher weiss, dass Gott Seine Hand über uns hält. Sein Arm ist ja nicht zu kurz, dass er uns nicht helfen könnte, aber manchmal müssen wir uns eine Zeitlang unter Seine Hand demütigen und die Not kennen lernen. So wie man in der Not die wahren Freunde erkennt, die zu einem halten, so erkennt auch Gott in der Not des Menschen, ob er schnell das Vertrauen verliert und wie Hiobs Frau ihrem Mann geraten hatte, Gott absagt oder aber sich wie Asaf in einem Psalm durchringt, zu sagen:
Dennoch bleibe ich stets an dir; Denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.
So lassen wir uns doch auch, wie ein Küken unter den Flügeln der Henne, in der Geborgenheit der Handfläche Gottes nieder und Er wird uns schützend umhüllen und uns bestimmt nicht fallen lassen.