ENTSCHEIDUNG

 

Wenn man sich die Geschichte der Könige von Juda anschaut, so stellt man fest, dass es ein dauerndes Auf und Ab zwischen dem Dienst an Gott und den Götzen der umliegenden Völker gab. Auf einen gläubigen Herrscher folgten Götzendiener, wobei diese in der Mehrzahl waren. Wieso fragt man sich, lernten sie nicht von ihren Vätern, die ihnen mit gutem Beispiel voran gingen und es offensichtlich war, dass das Land unter ihrer Herrschaft gedieh und von Gott gesegnet wurde? Wieso fielen sie ab vom Glauben und unterwarfen sich hölzernen und metallenen Schöpfungen aus Menschenhand? Die Israeliten, die Gott durch mehrfache Wunder aus Ägypten geführt und sich ihnen in einer unvorstellbaren Weise offenbart hatte, verliessen ihren Retter und Helfer bei erstbester Gelegenheit. Irgendwie erscheint das unvorstellbar – könnte uns auf jeden Fall so nicht passieren! Oder doch? Haben nicht unsere Vorfahren die Präambel im Namen Gottes in der Bundesverfassung festgeschrieben und haben wir nicht vor nicht allzu langer Zeit diese entfernen wollen? Hat Gott uns nicht vor Krieg und Verwüstung im letzten Weltkrieg bewahrt? Und jetzt brauchen wir Ihn nicht mehr, sind uns selber Herr und Meister. Haben nicht Männer wie Zwingli, Calvin oder auch Bruder Klaus versucht, die Menschen näher an Gott heranzuführen, den Glauben als Halt und Stützpunkt im Leben und Gottes Wort als Massstab zu etablieren? Und wo befinden wir uns heute? Eigentlich mehr bei dem Motto „chaqu’un à son goùt“. Ob der Dalai Lama uns mit seinem ach, so herzlichen Lächeln bezaubert, oder ob wir in Yogaübungen das Heil für die Seele suchen oder sogar Gefallen am Islam finden und die Freiheit der Frau über Bord werfen, alles ist möglich, denn das Angebot ist gross und exotisch. Ist bei uns denn der Glaube an Gott nicht von Generation zu Generation weitergegeben worden wie bei den Israeliten, die sogar das Gesetz Moses an den Türpfosten des Hauses geschrieben hatten und die Eltern verpflichtet waren, ihren Kindern davon zu erzählen? Und doch ist irgendwann dieser Born des Wissens und Glaubens versiegt, denn damals wie heute muss jeder für sich selbst die Entscheidung treffen an das Evangelium zu glauben und den Weg der Nachfolge Jesu Christi einzuschlagen. Das kann keinem durch Erziehung übergestülpt werden, es kann höchstens den Weg dazu ebnen, aber das Ja ist persönlich und nicht übertragbar. Jesus spricht jeden persönlich an: „ich stehe vor deiner Tür und klopfe an, wenn du mir auftust, will ich bei dir eingehen und das Abendmahl mit dir halten.“ Haben wir einen Riegel vor unsere Herzenstür geschoben und uns verbarrikadiert vor unserem Retter und Heiland oder sind wir bereit ihm Einlass zu gewähren und unser Leben in seine Hände zu legen? Sein Joch ist sanft und seine Last ist leicht und er schenkt uns ewiges, unbegrenztes Leben in Freude und Frieden. Wer will bei diesem Angebot nein sagen?

Marina Fankhauser