Wer ist Jesus? 

 

Das Kind in der Krippe? Das kennen die meisten Menschen, sogar die Kinder. Der „Öh-Effekt“ des Kindleins im Stroh, umgeben von Maria und Josef, einem Ochs, Esel und Schäfchen, einigen Hirten und Rauschgoldengeln steht in vielen Stuben als Dekoration zur Weihnachtszeit. Vor allem die Engel haben in den letzten Jahren als Schmuck in der Heiligen Zeit weit aufgeholt. Es gibt sie aus Ton, Holz, Plastik, Pappmaché und aus Glas. Man zelebriert verkitscht das Christentum und hat meist von der Realität der Geburt Christi keine Ahnung. Warum kam dieses Kind auf die Welt? Was war sein Auftrag? War es nun Gott oder doch ein Mensch? Man kann die Krippe nicht isoliert vom Kreuz betrachten, an dem das Kind zum Manne erwachsen, sein Leben für uns gab.

Jesus hatte eine göttliche Gestalt und war Gott gleich, doch hielt er daran nicht fest wie an einem Raub sondern verzichtete freiwillig darauf und wurde ein Mensch – ein Mensch in Knechtsgestalt – ohne einen Palast wie ein König und ohne Dienerschaft, die ihm jeden Wunsch von den Augen ablasen. Statt zu befehlen, diente er den Menschen. Er hatte die gleichen Bedürfnisse wie wir, er wurde müde, hatte Hunger und Durst, brauchte den Schlaf zur Erholung. In allem war er uns gleichgestellt und musste auch Versuchungen überwinden, denen er aber im Gegensatz zu uns niemals nachgab.

Gott, der Vater, hatte ihn auf die Erde geschickt um die in Sünde und Ungehorsam verstrickten Menschen zu retten. Er liebte seine Schöpfung und wollte sie nicht zugrunde gehen lassen. Der heilige Gott und die Unreinheit vertragen sich nicht, sie schliessen sich vollkommen aus. Die Strafe für den Ungehorsam ist der Tod. Der Mensch verspielte sein Bleiberecht im Paradies indem er Gottes Weisungen übertrat und von da an musste er sterben. Gott setzte den Menschen schon im alten Testament ein Zeichen, indem unschuldige Tiere für die Verfehlungen des Menschen geopfert werden mussten als Hinweis auf das einmalige Sterben seines Sohnes für unsere Schuld. Der Tod war und ist der Lohn der Sünde. Nur wer den stellvertretenden Tod Jesu am Kreuz für sich in Anspruch nimmt, ist von der Strafe losgekauft. Sein Schuldenkonto ist beglichen.

Jesu Tod ist noch nicht das Letzte. Nach seiner Auferstehung – der Tod hatte nicht die Macht einen Unschuldigen und Reinen festzuhalten – setzte er sich zur Rechten Gottes auf den Himmelsthron. Den Menschen schickte er dafür den Tröster, den Heiligen Geist, der ihnen seine jederzeitige Gegenwart ins Gedächtnis ruft, sie anleitet, korrigiert und vor Gott im Gebet vertritt.

Der Tag wird kommen, da Jesus auf die Erde zurückkehrt und Gericht halten wird, denn ihm ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. An diesem Tag werden alle Menschen erkennen, dass er der Sohn Gottes ist und alle werden ihre Knie vor ihm beugen und ihm die Ehre geben. Jeder wird bekennen, dass Jesus der Herr ist.

Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäusserte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf der Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bezeugen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. Phil.2, 6-11.

Marina Fankhauser